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- Körperhaltung - Ansatz - Mundstück
Das Saxophon besteht aus einer konischen Metallröhre (Resonator) aus Messingblech, die an einen Schwingungerreger (Tongenerator) rekoppelt ist. Die Schwingung wird durch ein einfaches Rohrblatt ähnlich wie bei der Klarinette erzeugt. Durch Kopplung von Mundstück (schwingungserregend) und Schallrohr (resonanzfähig) entsteht eine Koppelungsfrequenz, die in erster Linie von der im Rohr schwingenden Luftsäule determiniert ist.
Das Überblasen wird durch keine Seitenlöcher (Überblas-, Oktavlöcher) im Instrument erleichtert bzw. ermöglicht. Diese Öffnungen sind zu klein, um die schwingende Luftsäule abzuschneiden und so eine Änderung der Tonhöhe zu bewirken. Ihre Aufgabe ist es, die schwingende Luftsäule durch Kontakt mit der umgebenden Luft zu stören und eine Knotenbildung der Welle an dieser Stelle zu veranlassen, wodurch sich die Zahl der Schwingungsknoten im Instrument verdoppelt und die oktave des Grundtones erklingt.
S-Bogen
Dieser Teil steht mit dem Anblasmechanismus in direkter Verbindung und nimmt als erster Abschnitt des Resonators Einfluß auf Klangfarbe,
Anspracheverhalten und Stimmung des Instruments. So kann das beste Saxophon durch einen unpassenden S-Bogen unspielbar werden, wie auch umgekehrt.
Körperhaltung
Um während des Saxophonspiels Nacken- oder Rückenschäden zu vermeiden, ist es wichtig, immer aufrecht (mit gerader wirbelsäule) zu spielen, unabhängig davon, ob man sitzt oder steht. Die gängigen Halsgurte sind zu diesem Zweck absolut ungeeignet, da das Gewicht des Instrumentes hier komplett auf den Nackenwirbeln lastet. Körperliche Beschwerden tauchen oft erst Jahre später auf.
Ich empfehle daher Schultergurte, die das Gewicht auf den Oberkörper verteilen. diese sollten auf dem Rücken in einem Rechteck zusammanlaufen und nicht auf einen einzelnen Punkt (Kreuzung oder Ring), da diser Punkt sich im Laufe des Spiels in der Regel auf die linke Schulter hochzieht. Gerade Kindern und Jugendlichen rate ich von Halsgurten ab, egal, ob gepolstert oder nicht. Bei Scherzen sollte man direkt einen Krankengymnasten aufsuchen.
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- Atmung
Da die Atemtechnik ein sehr umfangreiches Thema ist, möchte ich mich hier nur auf einige wenige Tips beschränken. Bevor man sich mit der Atmung in Kombination mit dem Instrument befaßt, sollte man sich verschiedenen Atemübungen zuwenden.
Auch im Unterricht sollten Lehrer und Schüler keine Hemmungen haben, sich für Atemübungen flach auf den Rücken zu legen und das Atmen in das Zwerchfell (in den Bauch) zu üben. Damit sich der bauch durch die Atmung hebt und senkt, empfielt es sich, entspannt durch den geöffneten Mund ein- und auszuatmen, zunächt ohne irrgendwelche Zusätze. Erst in den nächsten Versuchen sollte man zwichendurch einmal die Luft anhalten und zu einem späteren Zeitpunkt auch dosiert ein- und ausatmen. Kann man das schon ohne Instrument nicht, dann wird man es mit dem Saxophon erst recht nicht schaffen. Regelmäßige Atemübungen sind in meinen Augen die wichtigste Grrundlage für das Saxophonspiel. Diese kann man später durchaus im Stehen und Sitzen parallel zu vielen anderen Tätigkeiten trainieren (zum Beispiel im Badezimmer, im Auto oder während der Arbiet).
In manchen Saxophonschulen steht, daß nach dem Einatmen die Schultern fallen gelassen werden sollen. Ist es aber beim Einatmen überhaupt dazu gekommen, daß die Schultern angehoben wurden, wird die Luft nicht dadurch an die richtige Selle verschoben, indem man bloß die Schultern fallen läßt. Sind die Schultern durch das Einatmen angezogen worden, sollte man meiner Erfahrung nach sofort wieder Ausatmen und so in den Bauch einatmen, daß sich die Schultern gar nicht erst anheben.
Um sich selbst zu überprüfen, rate ich jedem Musiker, das Atmen vor dem Spiel zu üben. Beim Ausatmen ist darauf zu achten, daß der Luftschub, der später die Luftsäule im Instrument steuert, gleichmäßig ist.
Nur so ist ein konstanter Ton gewährleistet (siehe dazu den Abschnitt Tonbildungsübungen im zweiten Teil des Beitrags). Beim spielen mit dem Instrument ist darauf zu achten, daß sich beim Einatmen nur die Oberlippe anhebt und nicht der ganze Mund öffnet denn dadurch verrutscht der Ansatz.
Der Hals
Stellt man sich die Atmung über das Zwerchfell als Pumpe vor, die das Instrument über die Atemwege und den Mund mit Luft versorgensoll, dann gibt es kaum etwas Dümmeres, als diesen Weg durch eine unnötige Verengung zu behindern. Eine mögliche Verengungsgefahr besteht im Hals, für den man also eine Szellung braucht, die den Luftstrom möglichst nicht behindert.
Um dies zu gewährleisten, formt man den Laut aw (wie im Englischen saw; Imperfekt von sehen). Bei allen anderen Lauten (a oder o) ist der Hals noch nicht in seiner optimalsten und offensten Sellung. Doch alles kann man übertreiben: nicht den Laut aw so üben, daß es zum Brechreiz kommt.
Artikulationsangaben, Ansatz
Kein Mensch kann einem anderen Menschen sagen, wie weit und mit wieviel Kraft von Lippen und Kiefer man auf das Mundstück einwirken soll. Aufgrund der unterschiedlichen Anatomie ist dies nicht möglich. Den grundsätzlichen Ansatz kann man erklären, aber das genaue Verhältnis muß jeder für sich selber herausfinden.
Ein bis zwei Zentimeter von der Spitze des Mundstücks entfernt setzt der Spieler die Schneidezähne oben auf das Mundstück. Die Unterlippe fährt leicht über die unteren Schneidezähne und wirkt für die Vibrationen des Blattes wie ein Stoßdämpfer, der an Wirkung verliert, wenn die Unterlippe verkrampft oder zuhart bzw. die Kraft des Unterkiefers auf das Blatt zu groß wird. Nun umschließen die lippen das Mundstück, ohne zu verkrampfen. Dabei darf man das Blatt nicht so stark gegen das Mundstück pressen, daß es nicht mehr schwingen kann. Man hat dann entweder keinen Ton mehr oder einen sehr gequetschten, ähnlich dem eines Luftballons, bei dem man die Öffnung beim Ausströmen der Luft breit auseinanderzieht. Ist das Mundstück nich weit genug im Mund, kann das Blatt im Mund hinter der Unterlippe nicht genug schwingen und es entsteht kein runder Ton.
Bis man seinen Ansatz gefunden hat,bgaucht man eine gewisse Zeit. Bis man sich alle Töne erarbeitet hat, wird ersich stets noch ein wwenig verändern..
Anstoß
Beim Anstoß sollte sich nur die Zunge zum Blatt bewegen. Die Lippenstellung darf sich nicht verändern. Mit dem vorderen Teil der Zunge (ca. 1 bis 1,5 cm) unterbricht man das schwingende Blatt. Je schneller man anstoßen muß, desto weiter vorne an der Zunge wird man den Anstoß starten. Beim Beginn eines Tones muß genügend Luftstau im Körper vorhanden sein. Das Blatt wird durch die Zunge am Schwingen gehindert. Man nimmt die Zunge vom Blatt und der Ton entsteht.
Man darf die Zungen nicht unter das Blatt legen, sondern nur die Blattspitze berühren. Jeder Ton, der nicht besonders durch Artikulationsangaben ausgewiesen ist, muß angestoßen werden.
Fingerhaltung
Um überhaupt eine gewisse Technik zu ermöglichen, ist es beim saxophonspiel sehr wichtig , alle Finger locker und unverkrampft zu lassen. Um technisch möglichst schnell spielen zu können, sollten alle Finger unmittelbar auf den Klappen liegen bzw. nur wenig darüber. Ansonsten läuft man Gefahr, technisch hinterherzuhinken und die Finger ungleichmäßig auf die Klappen aufzusetzten. Die Hände sollten mit den Fingern rund um das Instrument gewölbt sein.
Um seine Fingertechnick immer auf dem laufendem zu halten, empfele ich immer wieder Intervallübungen, die man in allen musikstilen gebrauchen kann. (Technische Studien kann man übrigens sehr gut während des Autofahrens am Lenkrad üben!)
Das Mundstück
Die Suche nach dem idealen Mundstück dauert offt ein Leben lang. Man ist auf der Suche nach dem Saund, den man sich als optimal vorstellt.
Es gibt eine unmenge an Mundstücken aus unterschiedlichen Materialien mit teilweise minimalen, aber entscheidenen Veränderungen an Bahn, Bahnlänge, Kammer (innerer Resonanzraum), Spitze (Bahnöffnung), Gegenwand und Tisch. all diese Kriterienbeeinflussen den Klang und die Ansprache. Trotzdem kingt jedes Mundstück mit jedem Blatt und jedem Instrument bei jedem Spieler aufgrund der unterschiedlichen Anatomie anders.
Hat das Mundstück eine kleine oder enge Kammer, wird derTon spitzer und schärfer. Bei einer größeren Bahn wird der Ton voll und rund. Je enger die Spitze ist, desto heller, brillanter und durchdringender wird der Ton.
Die Bahnlänge ist der Teil des Mundstücks, an dem das Blatt frei schwingen kann, also nicht direkt am Mundstück anliegt. Eine längere Bahn erleichtert die Ansprache, eine zu lange Bahn erschwert allerdings die Intonation. Eine große Bahn hat einen vollen kräftigen Klang. Dies ist jedoch Anfängern nicht zu empfehlen, da dies zu einem erhöhten Kraftaufwand führt.
Der Tisch ist der Bereich, in dem das Blatt direkten Kontakt mit dem Mundstück hat. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, daß der Tisch eben gearbeitet wurde. Die Gegenwand ist aufgrund ihrer Formung ausschlaggebend für die Ansprache des Mundstücks.
man sollte sich bei einem Mundstück besonders auch den Innenbereich ansehen. Mundstücke Können aus vrschiedenen Materialien bestehen: Kautschuk, Plastik, Metall oder Glas. Es werden inzwischen auch Holzmundstücke angeboten, deren Entwicklung man wohl noch etwas Zeit geben sollte. Metallmundstücken wird ein eher lauter, heller und durchdringender Klang zugeschrieben, jedoch gibt es auch Keutschuckmunstücke, die diese Kriterien ebenfalls besitzen, die eher weich klingen.
Vor Verallgemeinerungen wie Für Jazz, Pop und Rock mub man Metallmundstücke blasen soll man sich jedoch hüten! Ich kann und will niemanden zu einem bestimmten Mundstück raten, da jede/r für sich entscheiden muß, welcher Klang angestrebt wird. Häufig übt man beim Ausprobieren eines Mundstücks nur in der mittleren und oberen Lage des Instruments, jedoch sollte man das Augenmerk auch auf die Ansprache im tiefen Register legen. Einem Amateur (zum Beispiel im Blasorchester) ist zu empfehlen, für sein Spiel nicht zu extreme Mundstücke zu verwenden, da diese den speziellen Anforderungen oft nicht gerecht werden.
Abschließend kann ich für das Ausprobieren der Mundstücke nur viel Geduld und Ruhe wünschen. Ein Mundstück, das bei einem Saxophonisten einen speziellen Saund hat, kann beim nächsten Spieler völlig anders klingen.
Das Blatt
Aufgrund des sehr großen Angebotes fällt es oft sehr schwer, das individuell passende Blatt zu finden, da sogar angeblich vergleichbare Blätter aus der selben Schachtel unterschiedlich sind. Anstatt sich auf eine Marke und Stärke festzulegen, sollte jeder immer wieder parallel blasen. Viele Saxophonisten (auch viele Klarinettisten) nehmen ein Blatt aus euner Packung und spielen darauf, solange sie damit zurechtkommen, das heist bis das Blatt sichtbar defeckt ist. Dabai merken sie nicht, daß es an Widerstand verliert und leichter wird. Doch zu leichte Blätter sorgen für ein Nachlassen der Tonqualität. Durch das Parallelblasen hat man dagegen immer sofort spielbare Blätter parat und ist bei Probe oder Auftritt nicht durch plötzliche Blattbeschädigung verunsichert. Daher sollte man auf der Bühne auch immer Ersatzblätter mit sich führen. In einer separaten Blätterbox kan man bereits geblasene Blätter erkennen. Je nach Spielintensität sollte man alle paar Tage /Wochen das eine oder andere neue Blatt hinzunehmen.
Beim Blätterkauf ist darauf zu achten, daß die Spitze keine Risse hat, daß Schnitt und Färbung gleichmäßig sind und daß man keine einzelnen auffälligen Fasern oder deutliche Wölbungen sieht. Damit es beim Spielen nicht zu bösen Überraschungen kommt, macht es Sinn, das Blatt vorher mit Speichel anzufeuchten. Um das Wellen an der Blattspitze zu vermeiden, kann man es in speziellen Blatthaltern aufbewharen. Verunreinigte Blätter kann man in etwas Alkohol reinigen, was den Fasern nicht so schnell zusetzt.
Viele Anfänger machen meines Erachtens den Fehker, mit zu leichten Blättern zu spielen. Die ersten Töne sprechen dann zwar viel leichter an, aber der Schritt zu Blättern mittlerer Stärcke - und damit zu einem volleren Ton - wird sehr schwer und häufig auch vergessen.
Thomas Voigt
Studium bei den Saxophonisten Wolfgang Schmidtke (Jazz) und Fred Patzelt (Kammermusik) sowie bei Jean-Marie Londeix in Paris. Seine Dirigentenausbildung erhielt er an der Landesmusikakademie Heek bei Renold Quade und Jürgen Sieben.
Er ist Mitglied im 1. Wuppertaler Saxophonquartett Die Saxophoniker, im Classic-Art Ensemble (wo er Saxophone von Sopranino bis Bariton spielt) und künstlerischer Leiter des Wuppertaler Saxophonorchesters Sax for Fun. Konzertreisen führten ihn in verschiedene Länder Mittel- und Osteuropas.
Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Sinfoniorchestern, die Mitarbeit bei Bühnenproduktionen (unter anderem mit Pina Bausch) sowie Aktivitäten im Blasmusik- und Big-Band-Bereich erweitern sein Spektrum. Er leitete zwei Jahre einen Jugendchor in Duisburg und war 1992 Mitbegründer des Vereins ProMiKon in Neuss, wo er bis 1994 im Vorstand für die Förderung christlicher Künstler aus dem In- und Ausland verantwortlich war.
Thomas Voigt arbeitet als Musiklehrer und Arrangeur. Er ist Mitglied im Deutschen Tonkünstlerverband und war unter anderem Bläsertutor der Talentspirale (Jugendsinfonieorchester) der Bergischen Musikschule Wuppertal. Derzeit ist ereiner der stellvertretenden Dirigenten des Landesblasorchesters Nord-Rhein-Westfalen.
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